Das Bestellerprinzip

DIE MAKLERPROVISION

WER ZAHLT WAS?

Änderung des Wohnungsvermittlungsgesetzes

 

1. Zum 01.06. ist eine Änderung des Wohnungsvermittlungsgesetzes in Kraft getreten, die ausschließlich für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt, also keine Bedeutung hat für die Vermittlung des Verkaufs von Grundstücken, Eigentumswohnungen oder Häusern.

2. Der wesentliche Inhalt dieser Gesetzesänderung ist das sog. „Bestellerprinzip“, das bedeutet, dass der Wohnungsvermittler / Makler, der den Abschluss von Mietverträgen über Wohnräume vermittelt oder die Gelegenheit zum Abschluss von Mietverträgen über Wohnräume nachweist, von demjenigen bezahlt werden muss, der ihn beauftragt hat.

Zweck dieser gesetzlichen Neuregelung ist ebenso wie die durch das Mietrechtsnovellierungsgesetz 2015 eingeführte „Mietpreisbremse“ die Entlastung von Mieterhaushalten.

3. Vertragliche Änderungen dieser gesetzlichen Regelung sind unzulässig, d.h. der Hauseigentümer, der den Makler beauftragt, für seine Wohnung einen Mieter zu suchen, ist nach der gesetzlichen Neuregelung verpflichtet, den Makler zu bezahlen, ohne diese Verpflichtung auf den Mieter umwälzen zu können. Ebenso ist natürlich ein Mietinteressent verpflichtet, den Makler zu bezahlen, wenn er diesen beauftragt, eine Wohnung zu suchen.

4. Der Wohnungssuchende, der sich auf eine Wohnungsanzeige beim Makler meldet, ist also nicht dessen Auftraggeber, sondern derjenige, der die Anzeige in Auftrag gegeben hat, so dass bei Zustandekommen des Mietvertrages dieser den Makler bezahlen muss.

Eine Provisionspflicht des Wohnungsinteressenten ist demnach nur dann zulässig, wenn der Makler ausschließlich im Interesse des Mieters tätig wird. Anders als beim Verkauf von Grundstücken und Immobilien ist bei der Wohnungsvermittlung eine honorarpflichtige Tätigkeit des Maklers für beide Seiten also nicht möglich.

5. Neu ist auch, dass Maklerverträge über den Nachweis oder die Vermittlung von Wohnraum nunmehr die Textform aufweisen müssen, während ein Wohnungsmaklervertrag bislang auch durch mündliche Erklärung oder sogar durch konkludentes Verhalten zustande kommen konnte.

6. Die gesetzliche Neuregelung gilt nur für Maklerverträge, die ab dem 01.06.2015 über die Vermittlung und über den Nachweis von Mietverträgen über Wohnraum geschlossen werden.